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Demenz

24.03.2010 - 12:02

"GO-LU mental"

Aufbau eines Demenzregisters

Demenzen gehören zu den großen Herausforderungen unseres Gesundheitswesens, insbesondere vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung, die dieses Problem weiter verschärft. Ein modernes Gesundheitswesen braucht deshalb ein Monitoring der wichtigsten Krankheitsgruppen. Nur aufgrund genauer Zahlen können Bedarfe erkannt und Prioritäten ermittelt werden. Ein solches Monitoring schließt Häufigkeiten, die wichtigsten Risikofaktoren aber auch die Behandlungsqualitäten und Folgekosten der entsprechenden Krankheitsgruppen ein. Für Demenz-Erkrankungen sind entsprechende Informationen bisher nur Lückenhaft vorhanden.
Weitere Studien und Basis-Daten in einer Demenz-Datenbank für wissenschaftliche Auswertungen sowie für valide Aussagen im Bereich Demenz werden dringend benötigt.
GO-LU hat unter der Leitung von Dr. Christof Heun-Letsch auf der internistisch-hausärztlichen Seite und Dr. Razvan Klenk auf der psychiatrisch-fachärztlichen Seite ein Forschungsprojekt in diesem Bereich aufgesetzt, mit dem neue Erkenntnisse über Häufigkeit von Demenzerkrankungen und deren Therapie gewonnen werden sollen.
Im Projekt „GO-LU mental“ sollen unter anderem folgende Daten hierzu erhoben werden:
  • Demenzformen
  • Häufigkeit erkannter und unerkannter Demenzen
  • Betreuende Facharztgruppen
  • Angewandte Therapieformen
  • Art und Dauer der Medikation
  • regionalen Unterschiede
Auch sollen Angebot und Nachfrage sowie Nutzen der vorhandenen Sozialleistungen und Beratungsangebote ermittelt werden
Folgende Schritte sind geplant
Ø Aufbau einer Demenzdatenbank
Ø Einrichtung einer Demenz Beratungs- und Koordinationsstelle bei der GO-LU
Ø Schnittstelle zwischen Hausärzten, Fachärzten, Pflegeeinrichtungen und Angehörigen
Für die Demenzdatenbank hat sich GO-LU zum Ziel gesetzt, Daten von ca. 800 Patientinnen und Patienten zu erheben, bei denen ein Verdacht auf oder die Diagnose Demenz vorliegt. Die Erhebung der Daten erfolgt mittels eines Fragebogens, der in aller Regel von dem Patienten selbst, teilweise mit Hilfestellung durch eine Mitarbeiterin von GO-LU oder einer medizinischen Fachangestellten ausgefüllt werden kann.
Dieser Fragebogen enthält unter anderem Daten zu Befindlichkeitsstörungen, Lebensumstände, Behandlung, Medikation, Ko-Morbiditäten, Familienanamnese sowie Ergebnissen von Demenz-Tests (Mini-Mental-Status-Test).
Die Generierung von Patienten, die an der Studie teilnehmen wollen erfolgt zu einen über GO-LU Praxen zum anderen im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit durch Bekanntmachung der Studie in Tageszeitungen und Hörfunk.
Die erhobenen Daten werden in eine eigens für dieses Projekt entwickelte elektronische Datenbank eingegeben und so die Auswertung erleichtert.
Die Koordinierungs- und Beratungsfunktion von GO-LU soll sich einerseits erstrecken auf die Koordinierung zeitnaher Facharzttermine, was als zusätzlicher Service verstanden werden soll, der die Arbeit in den Praxen erleichtern hilft.
Die Beratung von Patienten und deren Angehörige zum Thema Demenz wird ein weiteres Angebot von GO-LU sein. Diese Beratung soll jedoch nicht die vielfältigen Beratungsstellen von Kommunen, Pflegeeinrichtungen und Selbsthilfegruppen ersetzen oder ergänzen, es wird auch hier vielmehr eine Koordinierungsfunktion sein, den Betroffenen die vielfältigen Möglichkeiten aufzuzeigen, welche die oben genannten Institutionen in Stadt und Land in erfahrener und qualitativ hochwertiger Art und Weise erfüllen.
Das Projekt ist zunächst befristet auf ein Jahr.
Mit dieser Studie beschreitet GO-LU als eines von wenigen Ärztenetze in Deutschland erstmals den Weg hin zu Versorgungsforschung.

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